Mein 1.wirklicher Blogeintrag… - für alle, die es schon fast nicht mehr erwarten konnten ;-) :-)
Sorry, dass es so lange gedauert hat, aber ich hatte Probleme damit Internet zubekommen.
Im Voraus möchte ich betonen, dass meine Blogeinträge sowie alle Bilder allein meine subjektive Sicht der Dinge widerspiegeln und deswegen auf keinen Fall pauschalisiert werden sollten. Mir ist bewusst, dass ich nur einen kleinen Ausschnitt des Lebens hier mitbekomme und dass aufgrund der Vielfalt der Dinge an sich generell eh keine allgemeinen Aussagen möglich sind.
„Die DominikanerInnen“ als solche gibt es nicht, und nur weil sich eine bestimmte Menschen als eine Einheit verstehen (wie die Menschen hier in den östlichen 2/3 der Insel „La Española“ als DominikanerInnen) heißt das nicht, dass sie alle gleich sind. Deswegen werde ich mich bemühen, möglichst differenziert und kritisch meine Eindrücke wiederzugeben, um nicht unbewusst zu verallgemeinern oder nur eine Seite zu zeigen und somit Vorurteile/Meinungen (ob positiv oder negativ) zu generieren oder zu bestätigen.
Aber nun wieder zurück zu meinen ersten Tagen/Wochen en la República Dominicana:
Es ist unglaublich schwer zu wissen, wo ich mit dem Erzählen überhaupt beginnen soll – so viele neue, spannende Erlebnisse und Eindrücke, und so wenig Zeit, um alles zu verarbeiten. Deshalb bin ich eigentlich schon noch ziemlich überwältigt, auch wenn sich mittlerweile ein gewisser Tagesablauf eingestellt hat (aber dazu später). :-)
Nach dem Flug, der zwar super anstrengend war (da lang), aber sonst einigermaßen unspektakulär verlief (bis auf die Tatsache, dass der Madrider Flughafen – da unübersichtlich – mich in Verzweiflung gestürzt hat), warteten Monika und ich (mit Jessica und Heraldo, die uns in Santo Domingo abholten) noch auf Lars, der als letzter von uns vier voluntarios ankam (Inga war schon seit dem Morgen da). Wir überbrückten die Wartezeit indem wir uns auf sage und schreibe 4 Sprachen (deutsch, spanisch, italienisch und teilweise englisch, wahlweise auch „Hände und Füße“ ;-)) unterhielten und aßen unsere erste Mahlzeit auf dominikanischem Boden (vollkommen unerwartet bei Burger King – tja, die Welt ist doch klein ;-)) Dann ging es mit dem Auto (das Thema Straßenverkehr wird zu späterem Zeitpunkt nochmal ausgeführt, da es schon etwas mehr „Würdigung“ verdient) und Gepäck Richtung Salcedo, dort blieben wir für die Nacht in einem Hostel, da es schon zu spät (fast 24.00 Uhr) war, um direkt in die Gastfamilien gebracht zu werden.
Tags drauf fuhren wir dann zu der Dachorganisation Oficina Técnica Provincial und uns wurde das Personal vorgestellt, außerdem bekamen wir eine kleine Einführung zum Thema Gesundheit und Ablauf der ersten beiden Wochen. (Wir haben nämlich so eine Art Einführungsseminar: vormittags Sprachkurs, nachmittags kulturelle und historische Ausflüge oder Vorträge)
Danach ging es endlich aufgeregt wie sonst was in die Gastfamilien. :-)
So wohne ich nun für (m)ein Jahr in dem Stadtteil San Lorenzo (wenn sich für die Adresse interessiert, soll mich doch einfach nochmal extra anschreiben) im Erdgeschoss eines kleinen, farbenfrohen Hauses zusammen mit meiner mamá Isorfilia und deren Bruder Lolo, den ich aber nur selten zu Gesicht bekomme, da er (Zitat meiner mamá) „eigentlich nur hier isst und schläft“.
Bei der Familie angekommen machte ich eine Entdeckung, mit der ich nicht unbedingt gerechnet hatte: meine Gastmutter hatte schon einmal eine Freiwillige und, wie der Zufall es will, war sie (Josephine) auch aus Deutschland :-) Also ist Isol schon an den Umgang mit Freiwilligen und an gewissen „deutsche Eigentarten“ gewohnt (im Allgemeinen ist sie eh sehr offen und tolerant).
An dieser Stelle übrigens auch ein herzliches Dankeschön an die Mädels vom letzten Jahr (Annika, Nausika und Josephine), die mir viele nützliche Sachen dagelassen haben, von einem Rucksack, über Tonpapier, T-Shirts bis hin zu Sonnencremes und Moskitosprays!!! :-) (Das Thema „Dominikanische Republik und seine animalischen Bewohner“ oder auch „warum sich lange Hosen lohnen“ folgt demnächst – will ja euch nicht gleicht mit einem seitenlangen Post erschlagen ;-))
Gastgeschwister habe ich nicht direkt, da der Sohn von Isol mittlerweile mit seiner Familie in New York wohnt, aber das ist nicht so dramatisch, da viele aus der Nachbarschaft öfter einmal zu Besuch da sind und ich so auch Leute in meinem Alter um mich herum habe. :-)
An dieser Stelle vielleicht mal ein kleiner Exkurs zum Thema „Verständigung auf Spanisch“:
Wichtigste Info vorab:
Es wird kein español, sondern dominicano gesprochen – was sich in etwa so vom Spanisch, das ich in der Schule und zum Teil auch in Spanien selbst kennenlernen durfte, unterscheidet:
- Es ist gefühlte 100mal schneller als alles, was ich von meiner Lehrerin gewohnt war
- Eigenheit, dass oft und gerne mal „s“ am Ende eines Wortes weggelassen wird oder, dass ein „r“ auch manchmal als „l“ ausgesprochen wird
- Es werden auch viele englische Worte wie „ok“ oder „basketból“ eingebaut, die einen ganz schön irritieren können, wenn man auf die gewohnte Bezeichnung gewartet hat
Aber alles in allem kann ich eigentlich nicht klagen, weil ich mich mittlerweile dann doch ganz gut „reingehört“ habe und die meisten verstehe, die sich mir mitteilen wollen. :-)
Deswegen gab es bei mir auch noch keine größeren Missverständnisse, im Gegensatz zu manch anderen Freiwilligen ;-)
Allerdings ist mein Lieblingssatz immer noch: „otra vez y un poco más despacio, por favor” = nochmal und ein bisschen langsamer, bitte. xD
Letztendlich zum Klima hier vor Ort… Der Wetterbericht für Salcedo könnte meistens wie folgt lauten: gefühlte 35° in der Sonne, die fast immer auch sehr intensiv am Strahlen ist, häufig windstill und eine ziemlich hohe Luftfeuchtigkeit, gelegentliche können abendliche Gewitter auftreten, bei den es dann Wasser wie aus Eimern runterhaut (übrigens extrem gut zum Duschen, falls mal gerade kein fließend Wasser vorhanden ist – dazu aber nochmal ein Extra-Eintrag :-)) – Blitz und Donner sind hier übrigens auch ziemlich spektakulär!
Man kann also sagen, dass wir uns, als wir erstmals dominikanischen Boden betreten haben, fühlten, als wären wir gegen die „berühmte-berüchtigte“ Wand gelaufen und tatsächlich kann man es teilweise mit einer Sauna/Dampfbad vergleichen.
ABER (was mir bis jetzt nicht viele geglaubt haben bzw. immer noch nicht glauben) mir GEFÄLLTS! Ich fühle mich richtig wohl hier – im Vergleich zu Deutschland, wo ich ja des Öfteren frierend in der Gegend rumstehe und mir selbst durch Sport nur schwer warm wird; hier laufe ich sozusagen auf "Betriebstemperatur" ;-) deswegen (v)ertrage ich mehr schlecht als recht die meist klimatisierte Luft oder die ständig laufenden Ventilatoren in geschlossenen Räumen und Autos… aber naja, vermutlich gewöhne ich mich auch daran… :-)
Noch ein paar kleine Impressionen von der ersten Zeit :-)
| Monika und ich noch im Flugzeug nach Santo Domingo |
| Wir vier (Ich, Inga, Monika und Lars) bei einer Rundfahrt (vielleicht kann man die gemütliche Nähe erahnen ;-)) |
| El río de Ojo de agua (darin waren wir schon baden :-)) |
| Die Hermanas Mirabal, nach denen die Provinz benannt ist |
| Beim Zuckerrohr-Essen :-) |
| Tja, Freunde, das ist Kakao, oder besser gesagt, man lutscht erst das Weiße ab und spukt die Samen wieder aus, die werden das zu dem verarbeitet, was wir als Kakao kennen :D |
| El Monumento de Santiago |
So, fürs Erste war es das von meiner Seite – Fortsetzung folgt!
Liebste Grüße, eure Lisa :-)
Hey!
AntwortenLöschenWow, klingt echt toll was du so erzählst!
und ich glaub dir, dass du dich da pudelwohl fühlst ;)
ist das eig der Fluss an dem ihr immer baden geht?
Der sieht super aus, würd ich gern mal in echt sehn, vorallem wenns da wirklich so grün ist wie du erzählst!
bis demnächst ;)
küssle lena
Heeey :)
AntwortenLöschenSchöner Blog, da sieht man, dass es dir gut geht und auch echt gefällt. :)
Wenn du weiter schreiben würdest, würde ich mich echt freuen, ansonsten nehm ich auch die Rundmails ;)
Bis bald mal wieder.
Liebe Grüße, hab dich gern!
Rino :)