Samstag, 14. April 2012

Vacaciones, viajes y visita


Nach mehr als 2Monaten doch mal wieder nächste Post…
Ja, ich bin aus dem Urlaub zurück – nach mehr oder weniger 6Wochen Arbeitspause, darf ich am Montag wieder  in meine Schule und zu den bezückenden Kids zurück :-) 

Die letzten Wochen waren superschön, anstrengend, intensiv und so gut gefüllt, dass ich es nicht alles einzeln aufzählen will… in der Zusammenfassung war meine Freundin Constanze für einen ganzen (!!) Monat da und dann im Anschluss meine Familie für 2Wochen. Ich kann nur sagen: DANKE für die wundervolle Zeit mit euch, ihr habt mir viel gegeben! :-* Vor allem wieder neue Motivation, mehr Sicherheit und Gelassenheit, was so bestimmte Dinge angeht.

Inzwischen habe ich so mehr oder minder das ganze Land bereist, viele atemberaubende Strände gesehen, Wasserfälle bestiegen, Städte kennengelernt, Schuhe/Bilder/Ohrringe/Souvenirs geshoppt, nette Leute kennengelernt, getanzt, interessante, tiefgreifende Gespräche geführt, herzhaft gelacht und mich alles in allem wieder mehr wie ich selbst gefühlt. :-)

Aber auch jetzt, wo man meinen könnte, dass es wieder etwas ruhiger zugehen könnte, wird es nicht langweilig werden – zum einen geht es am Montag in die letzte Arbeitsphase, die allerdings nur so bis Ende Juni geht, vermutlich sogar noch kürzer, aufgrund der anstehenden Präsidentenwahl am 20.Mai – ja, darauf bin ich auch gespannt; einen kleinen Ausblick darauf bekomme ich durch den turbulenten, lauten Wahlkampf ja jetzt schon mit. (In meinem nächsten Post gehe ich darauf dann auch näher ein; ein sehr spannendes Thema nämlich, da es, trotz dem gemeinsamen demokratischen System, doch ganz anders als in Deutschland zugeht.)
 
Zum anderen kann ich wieder meine sportlichen Tätigkeiten aufnehmen, die ich zuletzt doch ein bisschen vernachlässigt habe, und außerdem geht es jetzt in die Entscheidungs- und Bewerbungsphase für die Uni; das „Was“ steht ja immerhin schon fest, das „Wo“ fehlt leider noch…  Und danach darf auch schon meine Sommerzeit (um nicht Extraferien zu sagen :-)) geplant werden. Angedacht ist, neben dem Bereisen der Orte, die ich noch nicht kenne, ein freiwilliges Arbeiten in einer Konditorei oder das Bemalen von Häusern. Aber mal schauen, was sich da ergibt – zu viel sollte man hier in diesem Land langfristig eh nicht festlegen, wie ich ja schon öfter feststellen durfte. :D

So, jetzt aber zu dem Schwarzen (Informations-)Loch genannt die „Zeit vor dem Heimatbesuch“.
Eigentlich hatte ich mich ja schon einmal am 27.2. hingesetzt und angefangen, einen neuen Post zu schreiben, konnte dann aber aufgrund totalen Stromausfalls ihn nicht beenden. (Ja, sogar unser Inversor, so eine Art Akku, hatte sich zu diesem Zeitpunkt entladen)  

Naja, auf jeden Fall der 27.2. – Tag der Unabhängigkeit von Haiti und somit Nationalfeiertag der Dom.
Eigentlich dachte ich bis dahin, es sei der „Tag des Karnevals“; kam mir, nachdem Aschermittwoch ja schon vorbei war, doch ziemlich nebulös vor – aber die Dominikaner feiern ja gerne. Und so halt eben auch Fasching einfach 2Wochen in die Fastenzeit rein.
Das hätte ich mir vorher bei so einem, den katholischen Glauben praktizierenden, Land auch nicht vorgestellt. Ob und auf was gefastet wird, ist mir auch noch nicht ganz klar geworden – schade, wird scheinbar wieder einmal nichts mit meinen Abnehmvorsätzen, ;-) denn auf Zucker fasten sie ganz sicher nicht, da das typische Essen für diese Zeit habichuelas con dulce, also eine sehrsehr süße Bohnen“suppe“ ist.

Auch der Februar ging schnell rum, was vor allem daran lag, dass jedes Wochenende mit diversen Aktivitäten bis zum Bersten verplant war. Von dem Besuch des Karnevals in La Vega (die nächstgrößere Stadt neben Salcedo), dieser soll angeblich nach Río de Janeiro der weltweit Zweitbeste sein. Aber naja, über Geschmack kann man sich ja bekanntlich streiten; mir persönlich gefällt der deutsche Fasching doch besser. Allerdings kann auch ich nicht die genialen, bunten Verkleidungen herunterspielen, bei denen jede Stadt ihre Eigenheiten hat; hier in Salcedo zum Beispiel sind alle Kostüme aus buntem Krepppapier, in La Vega dagegen aus einem glänzendem Stoff – ooja, eine Heidenarbeit das Ganze herzustellen!

Das Schönste am Karneval hier sind aber nicht die reizenden Kostüme der Gruppen, sondern die „vejígas“! Kann man sich in etwa wie folgt vorstellen….
Ehemals waren es Schweineblasen an Schnüren, mittlerweile durch ein härteres Material ersetzt worden, ähneln sie mehr Football-Bällen (aus Gummi mit Stoffüberzug) und dementsprechend weh tut es auch – denn die sind leider nicht nur zur Deko da, sondern die „macaraos“, also die Verkleideten, laufen damit durch die Straßen und teilen nach Lust und Laune gewaltige Schläge damit aus, bevorzugt auf die weibliche Kehrseite. Schon einmal allein deswegen kommt von meinem Part aus keine großartige Stimmung auf…

Ein Bonus allerdings ist, dass nach dem Umzug Sonntags dann die Meisten zum tanzen gehen, so auch wir – zudem hatten wir Freiwillige noch einen Extragrund zu feiern, da ein dominikanischer Freund nach 3Monaten aus Deutschland zurückgekommen ist. :-)

Abseits der davon stammenden blauen Flecken, durfte ich auch so viele Herzen und rosa Engel wie noch nie zuvor malen, ausschneiden und mit Glitzer bestreuen – ja, richtig: Valentinstag.
Auch eine interessante Angelegenheit. Mich hat ja schon die Garderobevorschrift: rotes Oberteil in Verzweiflung gestürzt (wer meine Auswahl in der Hinsicht kennt, weiß warum :D). An dem Tag selbst war ich doch dann erstaunlich positiv überrascht. In Deutschland bemerkt man Valentinstag ja kaum, mal abgesehen von der Schaufensterdeko oder dass man dem Freund etwas Kleines schenkt. Hier allerdings waren gefühlte 99,9% der Dominikaner rot angezogen und es wurden ganz viele Süßigkeiten verschenkt und das vor allem auch an alle möglichen Freunde; alles in allem war die Stimmung in meiner Schule an diesem Tag noch herzlicher und „knuddeliger“  als eh schon. :-)

Kurz nach Valentinstag ging es dann, wenn auch datumsmäßig ein wenig verfrüht, auf das Halbjahresauswertungsseminar. Untergebracht in einer ruhigen, ehemaligen Klosteranlage verbrachten wir 4 ICJA-Freiwilligen (leider dann auf nur noch 3 reduziert, weil Inga sich vorzeitig verabschiedete) eine interessante Zeit, in der wir uns (hoffentlich) über unseren aktuellen Stand, unsere Fortschritte, Probleme und Ziele klar wurden.
 
Der Höhepunkt der ganzen Sache war natürlich der Tagesausflug nach Puerto Plata in das Bernsteinmuseum und danach an den Strand von Cabarete. Dieser Tag hat mir allerdings nur wieder einmal bestätigt, dass ich keinem Dominikaner mehr glaube, wenn er mir erzählt, er ginge gerne im Meer baden. Bis jetzt haben nämlich alle, mit denen ich an der Küste war, sich sofort in den Schatten verzogen und waren von da auch dann nicht mehr weg zu bekommen.

Ja, in dieser Hinsicht ist der Dominikaner ein Kuriosum. Man könnte meinen, in einem tropischen Land würden sie die Abkühlung durch das Meer genießen, aber nein, sie sind extrem sonnenscheu – sie könnten ja dadurch noch „schwärzer werden als sie bis jetzt eh schon sind“ (Zitat eines jeden Dominikaners, mit dem ich mich bis jetzt darüber unterhalten habe).
 
Genau deswegen haben die Regenschirme hier in diesem Land auch eine Doppelfunktion, als Sonnenschirme, erhalten. Was aber nicht ausschließt, dass sie nicht auch bei schlechtem Wetter benutzt werden; bei schlechtem Wetter aber auch eher lieber zu wenig als zu viel, da die Dominikaner da auch eher selten, und wenn dann nur aus zwingenden Gründen, das Haus verlassen. Sie sind nämlich nicht nur sonnen-, sondern auch regenscheu. Die einzige Gelegenheit, bei der man einmal Dominikaner sich beeilen sieht, ist nämlich, wenn es kurz davor ist oder schon angefangen hat zu regnen; auch können sie nicht verstehen, dass man als Europäer trotz Regen zur Arbeit (oder zu jedweder anderen Veranstaltung) gehen will, da hier dann alles im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fällt.

Anfangs habe ich diese fast schon panische Angst davor, nass zu werden, nicht ganz verstanden, da ja der Regen nicht unbedingt kalt ist und auch die Außentemperatur nicht merklich fällt. Nachdem ich aber des Öfteren schon mit nassen Klamotten in zugigen Räumen saß (ja, die Häuser sind nicht so ganz luftdicht gebaut wie die Deutschen) und dann am nächsten Tag doch relativ verschnupft war, bin ich in dieser Hinsicht etwas verständiger geworden. :-)

So hiermit beende ich meine heutige Ausführung über mein dominikanisches Leben. Über feedback freue ich mich immer und nach der langen Zeit natürlich noch mehr! :-)

Eure Lisa,
die sich in Deutschland das Spülen und Klamottenwaschen mit kalten Wasser hätte auch nicht vorstellen können, es jetzt aber als so selbstverständlich ansieht, dass sie sich gewundert hat, warum ihre Mutter sie nach dem warmen Wasserhahn (welches warme Wasser?!) gefragt hat.
Und die jetzt auch weiß, wie 9Leute in einen normalen 4Sitzer gehen, und wie es sich anfühlt, die Füße unter dem Gaspedal und den Fahrer auf dem Schoß zu haben. (Ja, ich glaube, danach in Deutschland werden mich Anschnallgurte aus der Fassung bringen ;D)

2 Kommentare:

  1. hahahah, ich musste an einigen stellen so lachen! :D beim lesen musste ich doch glatt an den einen mann denken, der richtig schwarz war und zu einem weißen meinte: 'ich bin selbst kein schwarzer - ich bin eigentlich italiener, nur etwas zu lange in der sonne gewesen.' haahaha, zu genial! :D
    liebste grüße und küsse :-*
    contanze

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  2. Den Blog hast Du ja besonders gut geschrieben!!! Ich bin schon ein richtiger
    Fan von Dir!! :)) Das ist alles so neu und total interessant für mich, etwas
    anderes von der Karibik zu erfahren, als nur türkisfarbenes Wasser und endlose
    Strände!!!
    Hili

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